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Aktuelle Forschungsprojekte

Ausweisung von starkregengefährdeten Gebieten in Hessen als Grundlage für Planungen zur Gefahrenabwehr auf Landes- und kommunaler Ebene

Leitung:Gerald Kuhnt,
Bearbeitung:Jennifer Peußner
Laufzeit:10.2015 - 09.2019
Förderung durch:Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)

Projektpartner
Forschungszentrum Jülich, Section Agrosphere in the Institute of Bio- and Geosciences (IBG-3)

Kurzbeschreibung

Starkregen können im urbanen, aber auch im ländlichen Raum, zu vielfältigen Gefahren und Schäden führen, z.B. großräumige Hochwässer oder Überlastungen der Kanalisation mit Überflutungen in Siedlungsflächen und verstärkten Mischwasserentlastungen, die hydraulischen und stofflichen Stress in Oberflächengewässern hervorrufen. Darüber hinaus sind Massenbewegungen oft Folge von Starkregen, u.a. in Form von Rutschungen und Felsstürzen, aber auch als Bodenerosion auf landwirtschaftlichen Flächen, die in der urbanen Peripherie auch bebaute Gebiete gefährden können.

Vor diesem Hintergrund hat das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) das Projekt KLIMPRAX-Starkregen initiiert. Es befasst sich mit der aktuellen Gefährdung hessischer Kommunen durch Starkregen. In diesem Zusammenhang sollen besonders von Starkregen betroffene Teilgebiete in Hessen durch Auswertung von RADOLAN-Daten (Radar-Online-Aneichung: Zeitlich und räumlich hoch aufgelöste Daten zur Niederschlagshöhe aus radar- und stationsbasierten Messungen) identifiziert werden.

Im am Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie bearbeiteten Teilprojekt ist die automatisierte Auswertung von RADOLAN-Daten des DWD vorgesehen. Ziel ist die Identifizierung 1 km ∙ 1 km großer Rasterzellen, in denen es im Zeitraum 2001-2015 verstärkt zu Starkregenereignissen gekommen ist. Dabei werden unterschiedliche Schwellenwerte für Starkregen zugrunde gelegt, die in den Themenfeldern Überflutungsschutz, urbaner Gebietsabfluss (Kanalisation), Bodenerosionsgefahr, Rutschungen sowie Katastrophenschutz für die Auslösung von Gefahrensituationen relevant sind. Aufbauend auf diesen Karten sollen weitergehende Auswertungen zum Schadenspotenzial durchgeführt und kartographisch visualisiert werden. Die Ergebnisse können zur Politikberatung und zur transparenten Kommunikation mit Betroffenen, v.a. kommunalen Entscheidungsträgern, Grundstückseigentümern, Wirtschaftsunternehmen etc. eingesetzt werden.

Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch eine neue, zeitlich wie räumlich detailliertere Ableitung von R-Faktoren. Diese charakterisieren die Erosivität des Niederschlagsgeschehens und werden als Eingangsdatensatz für die Simulation der landesweiten Bodenerosionsgefährdung benötigt.

Die Arbeiten umfassen eine umfangreiche Plausibilitätsprüfung der RADOLAN-Daten, da eine Vorstudie einige zu berücksichtigende Fehlerquellen (u.a. Windparks, Einflugschneisen Flughäfen, orographische Effekte) aufgezeigt hat.

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