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Bodenerosionsdauerbeobachtung Niedersachsen

Bodenerosionsdauerbeobachtung Niedersachsen

Leitung:  Bastian Steinhoff-Knopp
E-Mail:  steinhoff-knopp@phygeo.uni-hannover.de
Jahr:  2000
Datum:  27-03-17
Förderung:  Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen (LBEG)
Laufzeit:  seit 2000

Kurzbeschreibung

Die Bodenerosionsdauerbeobachtung in Niedersachsen wurde im Jahr 2000 eingerichtet und liefert seitdem systematische Daten über Auftrittshäufigkeit und Ausmaß von Bodenerosion durch Wasser. In 7 Gebieten, die potentiell von Bodenerosion durch Wasser gefährdet sind, stehen über 450 ha Ackerfläche unter Beobachtung. Je nach Gebiet und Parzelle liegen 9 bis 17-jährige Messreihen vor. Insgesamt liegt eine umfangreiche Datenbasis auf der Grundlage von über 1500 Parzellenjahren vor. Damit ist die niedersächsische Bodenerosionsdauerbeobachtung eine der längsten systematische Beobachtungszeitreihen zu Bodenerosion auf dem europäischen Festland.

Die Flächen repräsentieren verschiedene erosionsgefährdete Gebiete mit Löss- oder Sandlössbedeckung und unterscheiden sich in ihrer Genese, der Bodenzusammensetzung, den Reliefeigenschaften sowie den Bewirtschaftungsverhältnissen (u. a. Ackerschlag- und Betriebsgrößen, Bewirtschaftungstechniken). Jedes der Beobachtungsgebiete weist eine mittlere bis hohe Erosionsgefährdung auf. Bewusst wurden für die Dauerbeobachtung keine „Hot-Spots“ mit extremer aktueller Erosionsgefährdung ausgewählt.

Ziele des Monitorings sind:

  • Lieferung empirisch abgesicherter Werte zum Ausmaß der flächenhaft-linearen und linearen Bodenerosion unter verschiedenen Standortbedingungen und Bewirtschaftungsbedingungen.

  • Ermittlung von langfristigen Trends der Bodenerosionsgefährdung in den gefährdeten Regionen Niedersachsens.

  • Analyse der Auswirkungen von Bewirtschaftungsveränderungen auf die Boden­ero­sionsgefährdung.

  • Bereitstellung von Grundlagendaten für Verfahren zur Abschätzung der linearen Erosion.

  • Ermittlung von Daten zur Validierung und Entwicklung von Modellen.

Die Ergebnisse erlauben Aussagen zum quantitativen Ausmaß der Bodenerosion durch verschiedene Erosionsformen, die Bedeutung verschiedener Ackerkulturen und Bodenbearbeitungs­systeme auf die Bodenerosion sowie zu Unterschieden in der Erosionsgefährdung und typischen Erosionsformen zwischen den beobachteten Landschafträumen.

Die in der Bodenerosionsdauerbeobachtung erhobenen Daten bilden darüber hinaus die Grundlage für verschiedene Modelle zur Verbesserung der Erosionsvorhersage. Es liegen Modelle zur Ausweisung von Bereichen mit verstärktem Auftritt linearer Erosionsformen (Bug 2011; Bug & Mosimann 2012), den Gewässeranschluss (Bug 2011) und die Ausweisung von Prozesseinheiten zur räumlich-differenzierten Erosionsmodellierung (Steinhoff et al. 2012) vor.